Südamerika 2008 Reisebericht

Informationen

Reise nach Feuerland

…am späten Nachmittag des 08.01.2008 kommen wir wieder in Punta Arenas an, mein Kopf ist noch


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Route von Punta Arenas nach Feuerland

die Route führt von Runta Arenas über die Meerenge bei Punta
Delgada bis hinunter ins südliche Feuerland am Lake Fagnano

voll mit Gedanken an die atemberaubende Landschaft des Torres del Paine Gebietes und den Rio Serrano. Die Zeit die wir in dieser überwältigenden Gegend verbracht haben, war einfach viel zu kurz und so stand mein Entschluss fest, da muss ich noch einmal hin, Patagonien ist einfach nur wunder schön! Fernando kennt sich in Punta Arenas bestens aus und steuert zielstrebig die Pension „Residencial Roca“ im Stadtzentrum von Punta Arenas an. Das „Residencial Roca“ ist nur einen Block vom zentralen Platz mit dem Park und dem Denkmal zu Ehren von Fernando de Magallanes entfernt und an der Ecke Hernando de Magallanes und José Menéndez gelegen und somit perfekt für uns geeignet um Punta Arenas zu Fuß zu erkunden. Die Pension befindet sich im 1. Stock eines altem im Kolonialstil gehaltenen Hauses und wird von einer alten leicht schrulligen aber sehr netten Dame geführt. Die Pension ist recht einfach und sehr günstig, versprüht dafür aber den Charme des alten längst vergangenen Südamerikas. Im Basement befindet sich ein Internetcafe, mit denen ist Punta Arenas aber sehr reichlich gesegnet und somit ist der Kontakt zur Welt zu äußerst günstiigen Preisen gewährleistet. Neben den überwältigenden Erinnerungen an die Torres del Paine Region und der Neugier auf Feuerland, toben jedoch auch ein paar trübe Gedanken durch meinen Kopf, habe ich mir doch vor zwei Tagen im Nationalpark beim Essen einen Zahn abgebrochen, habe ich nun die Sorge, dass dieser Umstand bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland einigermaßen schmerzfrei und erträglich bleibt. Nun gilt es unsere Reise nach Feuerland zu organisieren, wir benötigen Essensvorräte, Diesel und

Karte Patagonien und Feuerland

Karte südl. Patagonien und Feuerland

die grüne Linie zeigt unseren Route zum Rio Serrano und
Nationalpark Torres del Paine, die violette die Route nach
Feuerland bis hinunter zum Lake fagnano und Rio Azopardo

vor allem einen Permit (Passierschein) vom chilenischen Militär. Denn der südlichste Teil unserer Reise auf Feuerland (am Lake Fagnano und Rio Azopardo) führt uns in ein Gebiet in dem die chilenische Armee eine Straße baut und auf Grund der Sprengungen der Zutritt verboten ist. Fernando kennt sich ja in dem Gebiet sehr gut aus, und er kannte auch den alten Kommandant der Abteilung der Armee, leider hat dieser gewechselt und die Beschaffung des Permits gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet. Denn der neue Kommandant lehnte unseren Wunsch nach einem Permit ab. Ich dachte mir… „na super, das war’s jetzt, die ganze Vorbereitung für die Katz“, doch weit gefehlt Fernando kontaktierte einen seiner Freunde „Carlos“ ein junger chil. Ingenieur, der sich mit der Wartung der Baumaschinen für die Armee beschäftigt. Wir treffen uns mit Carlos und schildern ihm unser Problem, Carlos geht…. Nach ca. einer Stunde, ich traue kaum meinen Augen und Ohren, wir haben jetzt sofort einen Termin beim zuständigen Minister der Regionalregierung, dem auch das Militär unterstellt ist. Nach einem etwa einstündigem netten Gespräch bekommen wir unseren Permit und „el Comandante“ ein Fax, in dem er angewiesen wird sich um uns zu kümmern, SUPER! Ein Problem ist gelöst, unser nächster Weg führt uns in die „Zona Franca“ (eine Art zollfreier Handelszone) von Punta Arenas, denn wir müssen ja noch unser Reserverad ersetzen.Hier gibt es sprichwörtlich alles, von Autos, Autoteilen über Unterhaltungselektronik, Kleidung bis hin zu Supermärkten. Da Carlos uns begleitet, ist schnell

Denkmal Fernando Magellan

Magellan Denkmal

im Stadtpark von Punta Arenas

der richtige Laden gefunden, nach längerem hin und her wählen wir unseren „Wunschreifen“ aus (das gleiche Modell ist nicht zu bekommen) und kaufen ihn interessanter Weise gleich mit Montage zu einem erstaunlich günstigem Preis, überhaupt staune ich über die extrem günstigen PKW Preise. Zur Montage müssen wir aber nun die „Zona Franca“ verlassen, denn montiert wird am anderen Ende der Stadt im „normalen“ Punta Arenas die Werkstatt ist dank carlos relativ schnell gefunden, wir müssen aber etwas warten. Somit wäre das nächste Problem auch erledigt, wir holen noch zwei Kanister für Diesel bei unserem Autovermieter ab und fahren tanken. Als wir nunmehr endlich soweit sind um Lebensmittel und Vorräte einzukaufen ist es bereits dunkel, nach einem gemeinsamen Abendessen mit Carlos falle ich wie tot ins Bett, am nächten Morgen soll es endlich los gehen auf nach Feuerland. Am Morgen des 09.01.2008 wache ich mit starken Zahnschmerzen und verschwollenem Gesicht auf, was für ein Albtraum. Zahnschmerzen an sich sind ja schon eine absolut unschöne Angelegenheit, aber ausgerechnet hier, am Ende der Welt einen schlechteren Zeitpunkt dafür konnte ich mir ja wohl nicht aussuchen, so meine Gedanken. An eine Fahrt nach Feuerland ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken, zumal es im chilenischen Teil von Feuerland so gut wie keine Infrastruktur und somit, weder medizinische Versorgung noch Einkaufsmöglichkeiten geben wird. Die größeren Orte wie Ushuaia liegen alle auf argentinischer Seite und Porto Williams ist zwar chilenisch, liegt aber bereits südlich den Beagle Canals. Es nützt also alles nicht unser erster Weg heute wird die suche nach einem Zahnarzt. Es ist noch sehr früh am Morgen, als ich mit Fernando und sehr gemischten Gefühlen das „Residential Roca“ verlasse. Wir fragen zunächst einen Taxifahrer nach einem Zahnarzt und fahren ihm hinterher. Er bringt uns zu einer Art „Poliklinik“, diese hat aber noch nicht wirklich geöffnet, ist aber bereits voll mit wartenden Menschen. Fernando dauert dass aber alles viel zu lange und er ist auch der Meinung das der medizinische Standard sicher nicht der beste wäre. Wir fragen uns also zum nächten Zahnarzt durch, bis wir beim 5. Versuch in einer Villengegend am Rande

Residencial Roca Hostel Punta Arenas

Pension "Residencial Roca"

von Punta Arenas (Pedro Sarmiento de Gamboa Ecke Av Libertador Bernando O‘Higgins). Auch hier sind wir noch etwas zu früh und wir müssen ein paar Minuten warten, aber zumindest nicht Schlange stehen. Der Zahnarzt kommt auch gleich ein freundlicher Herr mittleren Alters und er spricht nur spanisch, also muss Fernando mit ins Behandlungszimmer (der arme Kerl sah ganz schön fertig aus als wir die Praxis verlassen haben). Zu meiner absoluten positiven Überraschung fällt vor der Behandlung nicht ein einziges Wort über Geld (daran könnte sich so manch deutscher Arzt ein Beispiel nehmen, gilt hierzulande nicht meist die erste Frage der Versichertenkarte und nicht der Krankheit). Eine Diagnose ist schnell gestellt, vor dem Hintergrund unseres weitern Reiseverlaufs, muss der Zahn auf jeden Fall gezogen werden, alles andere ist vor einem längeren Aufenthalt in der Wildnis „Feuerlands“ und ohne Nachbehandlung viel zu riskant. Die Betäubung funktioniert prima, was für ein tolles Gefühl, keine Schmerzen mehr, so meine Gedanken. Fast zwei Stunden später, nach einer längeren und etwas schwierigen Behandlung und jeder Menge Schweiß auf meiner und der Stirn des Zahnarztes, bin ich den

Leuchturm an der Magelanstrasse

Zahn endlich los. Der Zahnarzt stellt mir ein Rezept für Schmerzmittel und Antibiotika aus, ich zahle per Kreditkarte einen erfreulich niedrigen Betrag. Unser nächster Weg führt uns in eine Apotheke, die Medikamente abholen. Die Worte der Apothekerin „Oh Gott, das Zeug tötet Pferde“! Nun ich lebe noch und es hat super funktioniert, denn ich war von da an komplett schmerzfrei. Nach all diesen Verzögerungen können wir gegen Mittag endlich mit dem Ziel Feuerland aufbrechen. Um von Punta Arenas nach Feuerland zu Reisen gibt es mit dem Auto zwei Möglichkeiten: 1. Die Fähre von Punta Arenas nach Porvenir über die Magellan Straße 2. Der Umweg über die Meerenge der Magellan Straße zwischen Punta Delgada und Bahia Azul, auch hier muss die Magellan Straße mit einer Fähre überquert werden. Diese Überfahrt ist aber wesentlich kürzer und die Fähren verkehren in regelmäßigen Abständen. Wir entscheiden uns für die zweite Variante, die Querung der Magellan zwischen Punta Delgada und Bahia Azul, so sind wir wesentlich flexibler und können unsere Verzögerung durch meine Zahnprobleme in Grenzen halten. Wir bewältigen die 170 km von Punta Arenas bis zur Meerenge bei Punta Delgada recht zügig, und kommen gegen 13:00 an der Magellanstraße an. Hier erfüllt sich jetzt im Übrigen einer der Träume meiner Kindheit, Feuerland und die Magellanstraße haben mich schon immer fasziniert und einen ungemeinen Reiz auf mich ausgewirkt. Die Magellan Straße zeigt sich von ihrer freundlichen Seite, es ist sonnig und fast windstill. Nun heißt es warten auf die Fähre ich nutze die Zeit zum fotografieren. Nach etwa 40 Minuten kommt die Fähre aber da viele Lastkraftwagen auf die Fähre warten, kommen wir nicht mehr mit und müssen auf die nächste Fähre warten. Es gibt ein kleines Restaurant aber nach Essen ist mir noch nicht wieder zu Mute. Fernando ist genervt, er will heute unbedingt noch die 290km auf Schotterpisten bis zum Lake Desjado schaffen, darüber bin ich nicht gerade glücklich, aber mein Zahn macht keine Probleme und so bin ich zu Frieden.  Ich vertreibe mir die Zeit mit fotografieren, es gibt hier nicht viel zu sehen, aber der Leuchtturm von Punta Delgada hat es mir angetan und gibt ein malerisches Motiv ab. Endlich kommt die Fähre, wir kommen als eines der letzten Fahrzeuge an Bord, diesen „Nachteil“ werden wir später noch zu spüren

Leuchturm an der Magelanstrasse

Leuchturm von Punta Delgada

an der Magellan Strasse von hier aus geht die Fähre über die
Magellan Strasse nach Feuerland

bekommen. Die Überfahrt kostet 30 US$ für einen PKW, hier kann in chilenischen Pesos oder in US$ gezahlt werden (Achtung wenn Preise in Pesos ausgezeichnet sind steht hinter dem Preis immer ein $-Zeichen Verwechslungsgefahr mit US$). Die Magellan Straße gilt als eines der schwierigsten Seegebiete überhaupt, da sie eine Kanalartige Verbindung zwischen Atlantischen- und Pazifischen Ozean bildet, herrscht hier meist eine überaus starke Strömung und die Fähren haben mit der starken Drift zu kämpfen. Interessant ist auch noch zu erwähnen, dass die Fähren eine Art Landungsschiff darstellen, wie wir es in erster Linie aus dem militärischen Bereich kennen. Die Fähren werden mit dem Bug leicht auf Grund gesetzt, bevor die Ladeklappe geöffnet wird, während dem Beladen und Entladen wird das Schiff dann mit der Maschine in der Strömung gehalten. Die Überfahrt dauert etwa 20 min und verläuft sehr ruhig, wir sehen vereinzelt im Wasser schwimmende Pinguine und Zwergwale. Wir haben eine sehr ruhige Überfahrt hier Glück mit dem schönen Wetter. Nach dem wir in Bahia Azul angekommen sind, beginnt für uns die Rallye, da wir heute noch die 290 km bis zum Lake Desjardo fahren wollen müssen wir uns etwas beeilen und zügig fahren. Spätestens jetzt bin ich sehr froh, dass wir uns für ein ordentlich 4x4 angetriebenes Fahrzeug entschieden haben, denn wir fahren hier ausschließlich auf mehr

warten auf die Fähre

oder weniger guten Schotterpisten unser Mitsubishi L200 macht seine Sache wirklich sehr gut. Leider kommen wir als eines der letzten Fahrzeuge von der Fähre und müssen jetzt jede Menge Pkw’s und auch Lkw’s überholen. Dies gestaltet sich recht schwierig, da die vorrausfahrenden Fahrzeuge auf der Schotterpiste ganz ordentlich mit Steinen werfen, was sich für die Windschutzscheibe äußerst gefährlich darstellt. Hinterher fahren ist auf Grund der massiven Staubwolken recht unangenehm und kostet zu viel Zeit. Unser Weg führt uns über Cullen, da sich dort eine der wenigen und auf unserem Weg die letzteTankstelle auf Feuerland befindet, die ohnehin nicht durchgehend geöffnet ist.

 

Autovermieter schwört, ich fische ja nur meine eigenen Muster aus Prinzip, da kann ich sehr stur sein und der Erfolg gibt mir ja auch recht. Nach einer langen Verabschiedung fahren wir wieder ins Stadtzentrum vonPunta Arenas, wir brauchen Geld in Landeswährung zum einkaufen, zuerst versuchen wir es mit VISA Karte an mehreren Geldautomaten, schaffen es aber nicht die Maschinchen zur Abgabe von ein paar chil. Pesos zu übereden. Das Problem war.... ich konnte ja nix lesen auf Spanisch und man muss der Maschine erst sagen dass es sich um eine ausländische Kreditkarte handelt (Hinweis, EC Maestro Karten funktionieren überhaupt nicht!), "....menno Fernando, manchmal da hasse ich Dich warum übersetzt du immer nur die Hälfte!" Ich denke mir, ich muss wohl doch noch Spanisch lernen!
Vorerst wechseln wir in einer Wechselstube schnell noch ein bisschen Geld in Landeswährung (wie das mit der Karte geht, das finde ich erst später herraus). Ich habe noch ein einige US$ in Deutschland umgetausch, dies ist aber im großen und ganzen mit zwei Ausnahmen, einmal im Flughafen Buenos Aires

die Fähre kommt

die Fähre kommt

für die Wartezeit auf die Fähre an der Magelanstrasse ist un-
bedingt Zeit einplanen

und für die Fähre über die Magelanstrasse nicht hilfreich. An diesen beiden Stellen konnte ich direkt mit US$ zahlen, nicht aber mit Euro. Ansonsten verwirrt die zusätzlliche Währung nur und bringt keinerlei Nutzen. Vier Währungen (Euro, US Dollar, Argentinische Pesos, Chilenische Pesos) gleichzeitig in der Tasche sind wirklich nervig und man verliert schnell den Überblick, auch für Preise. Die tausender- und gar zehntausender- Preise in Chile sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Anschließend fahren wir einkaufen, um gegen 14 Uhr Richtung Puerto Natales und weiter zum Nationalpark Torres del Paine aufzubrechen.  Wir finden  recht schnell einen Supermarkt,  dieser ist noch recht neu und riesen groß, ich bin schockiert, so etwas habe ich hier unten am Ende der Welt nicht erwartet, ich muss sowieso sagen, dass der durchschnittliche Europäer oder Deutsche eine vollkomme falsche Vorstellung von Südamerika hat, der Kontinent ist teilweise doch erstaunlich modern, abgesehen von einer Pauschalreise, war dies mein erster Trip ins richtige Südamerika außerhalb von Hotellanlagen und

Fähre Magellanstrasse

Fähre in Punta Delgada

den typischen Toristenpfaden. Ich staune über die vielen Verkäufer, die doch tatsächlich versuchen dem König Kunde den Einkauf so angenehm wie möglich zu machen, Fernando meinte, dass ist doch garnichts, warte erst mal bis wir in Brasilien sind, er sollte Recht behalten. Wir kaufen also ein, alles was wir denken in den nächsten Tagen so zu benötigen, da wären erst einmal so wichtige Dinge Gaskartuschen für unseren Primus Omnifuel Kocher (ja die gibt es hier tatsächlich), Alufolie für die Fische die wir hoffentlich fangen werden und unseren Speiseplan bereichern sollen, einen Grillrost, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Nudeln, überaus leckeres Obst, Brot, chil. Wein, Bier, Rum für den Tee und Steakfleisch. Der Einkauf gestaltete sich nicht ganz einfach aber nach einigem Suchen haben wir alles  gefunden. Wir zahlen mit Karte hier funktioniert zum Glück alles. Zurück an unserm Pickup stellen wir fest, dass die Kabine eigentlich viel zu klein für uns ist um sozusagen mit allen Vorräten und Ausrüstungsgegenständen darin zu „Leben“. Die Ladefläche ist zwar groß genug, aber die löchrige Plane stellt weder einen wirksamen Wetterschutz noch einen Schutz gegen Zugriff Fremder dar, letzteres sehe ich zwar in der Wildnis nicht als Problem, dafür aber in den Städten Punta Arenas und Puerto Natales, in der Folge bedeutete dieser Umstand ein ständiges

brennendes Wasser

brennendes Wasser

es gibt in Feuerland Erdgas, Mit der Ausbeutung der Vorkommen
wird langsam begonnen

nerviges Umräumen von der Kabine auf die Ladefläche und umgekehrt. Bei unserer nächsten Tour werden wir unbedingt auf eine geschlossene Ladefläche achten. Nun endlich beginn unser Fliegenfischer Abendteuer, wir brechen von Punta Arenas auf, unser Ziel liegt etwa 400 Straßenkilometer nördlich von uns, der Rio Serrano im berühmten Nationalpark „Torres del Paine“. Die Reise geht vorbei an der Magellan Straße, an herrlich bunt  blühenden Straßenrändern,am Monument für den Wind, welcher hier unten ständig und erbarmungslos bläst. Was ich aber noch nicht wusste ist, dass dieser auf Feuerland noch weitaus schlimmer werden sollte! unsere elektr. topografische Karte "südliches Patagonien und Feuerland" für die Handheld GPS Geräte der Fa. Garmin™ z.B. GPSMAP® 60CSx und Garmin™ Mapsource® ist uns auf unserer Anreise durchs südliche Patagonien eine große Hilfe, ich staune wieder wie gut sie eigentlich geworden ist und wie genau ich gearbeietet habe, die neue Schotterstrasse ist auch schon enthalten (auf Wunsch stellen wir diese Karte auch gegen eine geringe Schutzgebühr

Stuttgart in Feuerland

Reisenden zur Verfügung). Unterwegs sehen wir Rinder, Schafe, Pferde aber auch Nandus, Flamingos, Guanakos und einige Vögel deren Namen ich leider vergessen habe. Die Strecke führt oft in weiten Bereichen sehr nah an der Grenze zu Argentinien vorbei, hier gibt es Stacheldrahtzäune mit komischen Warnschildern, die unter anderm teilweise sogar in deutscher Sprache auf Mienenfelder mit Landmienen hinweisen, ein etwas ungutes Gefühl beschleicht mich bei dem Gedanken, dass wir uns später auf Feuerlaand in unmittelbarer Nähe zur Grenze aufhalten werden.  Wir überqueren Flüsse mit für Fliegenfischer so wohl klingenden und berühmten Namen wie den Rio Penitente, den Rio Rubens, den Rio Turbio, bei diesen handelt es sich um Nebenflüsse des berühmten Rio Gallegos auf argentinischer Seite, wir stoppen jedoch nur für einen kurzen Blick und ich kann nur erahnen was da wohl drin um herschwimmen könnte. In der Nähe von Morro Chico werden wir von einer Polizeistreife angehalten, ich denke mir so, „oh oh, das gibt bestimmt nichts Gutes", die Polizisten weisen uns auf unsere verrutschte Ladung hin unterhalten sich mit uns wo wir denn hin wollen, und von wo wir kommen, und jetzt kommst, kein Strafzettel oder etwas der Gleichen,

Nandu in Feuerland

Nandu in Feuerland

eh ich mich versehen habe ist der eine schon auf unsern Pickup geklettert und hilft uns unser Gepäck festzuzurren. Fernando bedankt sich bei den Jungs mit ein paar Dosenbier die wir auch schnell noch zusammen trinken. Die Leute sind hier wirklich sehr nett und so entspannt, als gelernter Deutscher komme ich nicht aus dem Staunen heraus.
Kurze Zeit später erreichen wir Puerto Natales auch hier machen wir nur eine kleine Pause, es reicht gerade für ein paar Fotos, dann geht es auch schon weiter, Fernando riecht förmlich schon Fisch, da ist er nicht mehr zu halten und macht Stress. Kurz hinter Puerto Natales kommt die letzte Tankstelle in Richtung Nationalpark, wir tanken unseren Pickup mit Diesel und die zusätzlichen Kanister voll, von nun an führt unser Weg noch ca. 80 km auf Schotterpisten weiter, vorbei am Cueva del Milodón einer Höhle mit Resten eines Mylodon (Riesenfaultiers) dies soll schon ein kleiner Vorgeschmack auf Feuerland werden, wo wir hunderte von Kilometern auf Schotterpisten fahren werden. Ich schalte den 4x4 Antrieb zu, Fernando stellt fest, "die Kiste fährt sich viel besser". Die Schotterpiste die wir entlang der linken Seite des Lago del Toro fahren, ist noch recht neu und wurde von einer Pioniereinheit (die Truppe sollten wir

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in Feuerland

später auf Feuerland noch näher kennen lernen) der chilenischen Armee förmlich Meter um Meter mit Dynamit der wilden Natur abgerungen und in den Fels gesprengt. Fernando musste bei seinem letzten Besuch den Largo del Toro noch auf der rechten Seite umfahren.  Die Aussichten von dieser Schotterpiste aus sind einfach grandios, die Landschaft gibt immer wieder den Blick auf das zentrale Bergmassiv, die Torres und den Lago Toro frei. Der Nationalpark Torres del Paine gehört wie der gesamte Bereich von chil. Südpatagonien und Tiera del Fuego sowie Antártica Chilena zur Region XII Región de Magallanes y de la Antártica Chilena, Chile ist in insgesamt 15 Rigionen aufgeteil, die von Noprden nach Süden beginnend mit römischen Zahlen durchnumeriert sind. Hinter jeder Kurve kann sich ein wundervoller Ausblick und ein tolles Fotomotiv verbergen, leider ist das Wetter recht diesig, aber das kann sich hier stündlich ändern. Wir überqueren einen malerischen namenlosen kleinen Fluss mit kristallklarem Wasser der in einer engen, senkrechten Felsschlucht dem Largo del Toro entgegen fließt, ich lieb solche kleinen Flüsse weitaus mehr als große Gewässer, es kribbelt in den Fingern, am liebsten möchte ich sofort loslegen, ich Gedanken überlege wie ich in Watklamotten in die Schlucht runter komme, den Unterlauf bis zur Mündung werden

Flamingos in Feuerland

Rio Serrano

Blick von unserem Lagerplatz am Ufer des Rio Serrano am frühen

Morgen bei Sonnenaufgang

wir später noch fischen, das Ufer im Mündungsbereich ist teilweise von Hecken aus wilden rot blühenden Fuchsien gesäumt, wow sieht das schön aus. Nun endlich nach einer letzten Kurve gibt die Landschaft im Licht der Abendsonne den Blick auf den klaren, türkiesblauen Teil des Rio Serrano mit dem Bergmassiv Torres del Paine im Hintergrund frei. Ich bin schwer beeindruckt, so eine schöne Landschaft habe ich wohl noch nicht gesehen. Hier am Fluss unmittelbar vor der Grenze zum Nationalpark Torres del Paine gibt es zwei Hotels, eine Ferienhausanlage und ein paar private Häuser, auch unser Fischerfreund Patric hat sein Haus hier, es steht unittelbr am steilen Ufer des Rio Serrano mit Blick über den Fluss, Patric betreibt in Punta Arenas eine Reiseagentur mit Namen Viento Sur welche auf Outdoor Reisen und ganz besonders auch auf Fliegenfischen spezialisiert ist. Patric selbst ist ein überaus netter Kerl und ein begnadeter Fliegenfischer, meist ist er als Flyfishing Guide unterwegs, so ist er in seinem Büro in Punta Arenas nur überaus schwer anzutreffen und ein sehr seltener Gast. Fernando hat sich bereits erkundigt und weiß das Patric mit ein paar Chilenen aus

Zelt in Feuerland

Lager am Lago Desjardo

Santiago de Chile am Fluss unterwegs ist. Wir suchen Patric am Fluss und finden ihn nach einiger Zeit auch tatsächlich, wir verabreden uns mit ihm für den Abend in einem der  Hotels,  in dem auch seine drei Fischergäste wohnen auf ein paar Pisco  Sour und bauen unweit von seinem Haus direkt am Rio Serrano keine 3 Meter von der Uferböschung entfernt unsere Zelte auf, unter uns sehen wir den herrlichen und großen Rio Serrano, dessen türkisblaues Wasser sich in Zahlreichen engen Kurven durch das Tal schlängelt, um sich später mit dem milchig weißem Gletscherwasser aus dem Abfluss des Graygletschers vereint. Im Hintergrund ist das gewaltige Bergmassiv der Torres del Paine zu sehen, ein Ausblick zum der zum träumen verführt. Hier habe ich die perfekten Fotomotive direkt vor der Nase. Wir richten uns für die Nacht ein und gehen zum Hotel, es fängt an zu regnen und es wird ein langer Abend, das Hotel macht zu  und wir feiern bei Patric mit chil. Rotwein noch ein wenig weiter. Als Weintrinker, ich liebe Cabernet Sauvignon fühle ich mich in Chile fast wie im Paradies, obgleich es unter der Vielfallt der inländischen Weine die einem hier angeboten werden nicht unbedingt einfach ist seinen Faforiten herrauszufinden, die meisten sind in Europa völlig unbekannt, hier hilft nur probieren. Auch das Bier in Chile war durchaus trinkbar. Patric hat einen tollen Hund Chinook, so heißt er, Patric hat ihn doch tatsächlich

Guanako auf Feuerland

Guanakos

nach seinen Lieblingen den Königslachsen benannt, ist ein deutscher  Schäferhund, ein richtig schöner und grosser Kerl und ganz verrückt nach unseren Vorräten. Irgendwann gehe ich ins Zelt schlafen, es regnet in Strömen. Ich habe schon ein wenig bedenken, da ich das Vergnügen und die Ehre habe das ganz neue Forumszelt "FORUM 4 2" der Fa. Wechsel in Patagonien auszuprobieren, hatte aber nicht die Zeit das Zelt vorher aufzubauen und mit Nahtdichter zu behandeln, genau das wollte ich tun, wenn das Zelt zum ersten mal steht und jetzt das. Aber zu meiner Überraschung, das Zelt schlägt sich erstaunlich gut bis auf eine ganz kleine Stelle dringt überhaupt kein Wasser ein, dass trotz wolkenbruchartigem Regen. Ich schlafe mit dem Gedanken ein, morgen unbedingt Nähte abdichten! Irgendwann wache ich in der Nacht auf, es stürmt sehr stark, ich habe echt Angst, dass mir das Zelt überm Kopf wegfliegt, da ich nur ganz leicht abgespannt hatte. Hey die Kuppel hält sich aber verdammt gut in dem extrem starken Wind. Am morgen koche ich Tee es ist noch recht windig und nass, der heiße Tee tut gut

 

Jens Nieswandt

 

 

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