Rio Serrano u. Torres del Paine Nationalpark
...nach einer mehrtägigen schier endlosen Anreise über Hannover, Amsterdam, Madrid, Buenos Aires und
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Route zum Rio Serrano im Torres del Paine
im oberen Bereich ist der Rio Serrano mit dem klaren Wasser in
einem Arm, der für Fliegenfischer interessant zu erkennen.
Einen Link zu Google Maps mit Fotos finden sie hier.
Santiago de Chile bin ich nun endlich in Punta Arenas - Patagonia - Chile angekommen und eigentlich nur noch hundemüde und habe einen Bärenhunger. Fernando wartet bereits wie vereinbart auf dem sehr kleinen Flughafen von Punta Arenas, der "südlichsten Stadt der Welt" auf mich, um diesen Titel streitet sich nämlich das chilenische Punta Arenas mit dem argentinischem Ushuaia und dem ebenfalls chilenischen Puerto Williams, welches tatsächliche die südlichste Stadt ist, das ist umstritten, dabei geht es weniger um die geographische Lage, als vielmehr um die Definition, was eine Stadt und was eben keine ist, um allen gerecht zu werden sehe ich Puerto Williams als südlichsten Ort der Erde, Punta Arenas als südlichste Stadt und Ushuaia als südlichste Kleinstadt an. Fernandos Flieger kam etwa eine Stunde vor mir in Punta Arenas an. Die besten Flugverbindungen nach Santiago de Chile und Punta Arenas bieten wohl LAN Chile und Iberia an, für diese Fluglinien hatte ich mich auch entschieden, ab Santiago de Chile nach Punta Arenas geht es sowieso nur noch mit LAN Chile weiter. Wie eigentlich immer auf unseren Flyfishing Missionen reisen wir getrennt an Fernando ist mit Lufthansa nach Südamerika geflogen, ich freue mich nach langer zeit Fernnando wieder zu sehen. Ich komme an der Gepäckausgabe an und kann ihn schon von weitem durch die Glasscheibe sehen, ich denke mir prima das kappt ja (später erzähl er mir, das er fast unterwegs auf einem Flughafen hängengeblieben
Karte südl. Patagonien und Feuerland
die grüne Linie zeigt unseren Route zum Rio Serrano und National-
park Torres del Paine, die violette die Route nach Feuerland
wäre, da Lufthansa auf seinem Flug eine Doppelbuchung hatte und nur mit dem Trick, er muss zu seiner Hochzeit auf einen anderen Flieger gekommen ist) . Er unterhält sich mit einem Mann, es ist der Vermieter für unseren Pickup, der ist also auch schon da… das passt ja super, so mein erster Gedanke, super Logistik hier unten das klappt in Deutschland nicht immer so gut. Mein Gepäck ist auch tatsächlich und unbeschadet angekommen, so geht es nach einer kurzen Begrüßung hinaus zum Auto es ist ein silberner und fast neuer Mitsubishi L200 mit Doppelkabine, wie sich später herausstellen wird, leider  ohne Hardtop für die Ladefläche. Totemüde und geschafft von der mehrtägigen Flugreise fahren wir die wenigen Kilometer zur Innenstadt von Punta Arenas und suchen ein Hostel oder ein Hotel für die erste Nacht in Patagonien. Fernando kennt sich zum Glück in der kleinen Stadt recht gut aus zielstrebig fährt er ein Hostel oder Hotel nach dem anderen an, es ist schon deutlich nach Mitternacht. Nach dem vierten oder fünften Versuch bekommen wir ein Bett für die erste Nacht, im Hostel Patagonia nativa nach einer heißen Dusche, es ist recht kühl hier unten trotz Sommer so meine Gedanken, falle ich wie tot ins Bett. Nach einer viel zu kurzen Nacht und wie Fernando meint in einem viel zu teuren Hostel (so schlimm fand
ich das garnicht, die sind da unten auf Backpacker eingestellt und man bekommt für europäische Verhältnisse sehr günstig ein Bett), hey der Rechner mit dem Internetzugang war schnarch langsam, wir kommen nur langsam auf die Beine, genießen für die nächsten Tage die wohl vorerst letzte heiße Dusche, schreiben noch schnell ein paar E-Mail an die Lieben daheim, dass wir gut angekommen sind und liebe Grüße von der Südspitze Südamerikas nach Hause. Dann machen wir uns zu unserem Autovermieter auf um uns ein paar Tips zur Fischerei, irgendwie fischen die Jungs hier unten wohl alle mit der Fliege, und zwei Kanister zusätzlich für Diesel abzuholen, da wo wir hin wollen gibt es keine Tankstellen mehr. Wir werden sehr freundlich empfangen und ins sofort ins Haus gebeten und mit einer super leckeren Flasche chilenischen Rotwein, Braten und einem Pisco Sour zur Begrüßung "gefüttert", dabei haben wir es eigentlich verdammt eilig. Der Umstand, dass Fernando Brasilianer ist und somit fließend Portugiesisch, als auch Spanisch spricht erweist sich als ein überaus großer Vorteil, denn mit Englisch oder gar Deutsch geht hier leider nichts und er kennt die Mentalität der Menschen, dass ist wirklich sehr praktisch. Fernando bekommt noch ein paar Fliegen auf die unser
Autovermieter schwört, ich fische ja nur meine eigenen Muster aus Prinzip, da kann ich sehr stur sein und der Erfolg gibt mir ja auch recht. Nach einer langen Verabschiedung fahren wir wieder ins Stadtzentrum vonPunta Arenas, wir brauchen Geld in Landeswährung zum einkaufen, zuerst versuchen wir es mit VISA Karte an mehreren Geldautomaten, schaffen es aber nicht die Maschinchen zur Abgabe von ein paar chil. Pesos zu übereden. Das Problem war.... ich konnte ja nix lesen auf Spanisch und man muss der Maschine erst sagen dass es sich um eine ausländische Kreditkarte handelt (Hinweis, EC Maestro Karten funktionieren überhaupt nicht!), "....menno Fernando, manchmal da hasse ich Dich warum übersetzt du immer nur die Hälfte!" Ich denke mir, ich muss wohl doch noch Spanisch lernen!
Vorerst wechseln wir in einer Wechselstube schnell noch ein bisschen Geld in Landeswährung (wie das mit der Karte geht, das finde ich erst später herraus). Ich habe noch ein einige US$ in Deutschland umgetausch, dies ist aber im großen und ganzen mit zwei Ausnahmen, einmal im Flughafen Buenos Aires
und für die Fähre über die Magelanstrasse nicht hilfreich. An diesen beiden Stellen konnte ich direkt mit US$ zahlen, nicht aber mit Euro. Ansonsten verwirrt die zusätzlliche Währung nur und bringt keinerlei Nutzen. Vier Währungen (Euro, US Dollar, Argentinische Pesos, Chilenische Pesos) gleichzeitig in der Tasche sind wirklich nervig und man verliert schnell den Überblick, auch für Preise. Die tausender- und gar zehntausender- Preise in Chile sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Anschließend fahren wir einkaufen, um gegen 14 Uhr Richtung Puerto Natales und weiter zum Nationalpark Torres del Paine aufzubrechen. Wir finden  recht schnell einen Supermarkt,  dieser ist noch recht neu und riesen groß, ich bin schockiert, so etwas habe ich hier unten am Ende der Welt nicht erwartet, ich muss sowieso sagen, dass der durchschnittliche Europäer oder Deutsche eine vollkomme falsche Vorstellung von Südamerika hat, der Kontinent ist teilweise doch erstaunlich modern, abgesehen von einer Pauschalreise, war dies mein erster Trip ins richtige Südamerika außerhalb von Hotellanlagen und
den typischen Toristenpfaden. Ich staune über die vielen Verkäufer, die doch tatsächlich versuchen dem König Kunde den Einkauf so angenehm wie möglich zu machen, Fernando meinte, dass ist doch garnichts, warte erst mal bis wir in Brasilien sind, er sollte Recht behalten. Wir kaufen also ein, alles was wir denken in den nächsten Tagen so zu benötigen, da wären erst einmal so wichtige Dinge Gaskartuschen für unseren Primus Omnifuel Kocher (ja die gibt es hier tatsächlich), Alufolie für die Fische die wir hoffentlich fangen werden und unseren Speiseplan bereichern sollen, einen Grillrost, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Nudeln, überaus leckeres Obst, Brot, chil. Wein, Bier, Rum für den Tee und Steakfleisch. Der Einkauf gestaltete sich nicht ganz einfach aber nach einigem Suchen haben wir alles  gefunden. Wir zahlen mit Karte hier funktioniert zum Glück alles. Zurück an unserm Pickup stellen wir fest, dass die Kabine eigentlich viel zu klein für uns ist um sozusagen mit allen Vorräten und Ausrüstungsgegenständen darin zu „Leben“. Die Ladefläche ist zwar groß genug, aber die löchrige Plane stellt weder einen wirksamen Wetterschutz noch einen Schutz gegen Zugriff Fremder dar, letzteres sehe ich zwar in der Wildnis nicht als Problem, dafür aber in den Städten Punta Arenas und Puerto Natales, in der Folge bedeutete dieser Umstand ein ständiges
nerviges Umräumen von der Kabine auf die Ladefläche und umgekehrt. Bei unserer nächsten Tour werden wir unbedingt auf eine geschlossene Ladefläche achten. Nun endlich beginn unser Fliegenfischer Abendteuer, wir brechen von Punta Arenas auf, unser Ziel liegt etwa 400 Straßenkilometer nördlich von uns, der Rio Serrano im berühmten Nationalpark „Torres del Paine“. Die Reise geht vorbei an der Magellan Straße, an herrlich bunt  blühenden Straßenrändern,am Monument für den Wind, welcher hier unten ständig und erbarmungslos bläst. Was ich aber noch nicht wusste ist, dass dieser auf Feuerland noch weitaus schlimmer werden sollte! unsere elektr. topografische Karte "südliches Patagonien und Feuerland" für die Handheld GPS Geräte der Fa. Garmin™ z.B. GPSMAP® 60CSx und Garmin™ Mapsource® ist uns auf unserer Anreise durchs südliche Patagonien eine große Hilfe, ich staune wieder wie gut sie eigentlich geworden ist und wie genau ich gearbeietet habe, die neue Schotterstrasse ist auch schon enthalten (auf Wunsch stellen wir diese Karte auch gegen eine geringe Schutzgebühr
Reisenden zur Verfügung). Unterwegs sehen wir Rinder, Schafe, Pferde aber auch Nandus, Flamingos, Guanakos und einige Vögel deren Namen ich leider vergessen habe. Die Strecke führt oft in weiten Bereichen sehr nah an der Grenze zu Argentinien vorbei, hier gibt es Stacheldrahtzäune mit komischen Warnschildern, die unter anderm teilweise sogar in deutscher Sprache auf Mienenfelder mit Landmienen hinweisen, ein etwas ungutes Gefühl beschleicht mich bei dem Gedanken, dass wir uns später auf Feuerlaand in unmittelbarer Nähe zur Grenze aufhalten werden.  Wir überqueren Flüsse mit für Fliegenfischer so wohl klingenden und berühmten Namen wie den Rio Penitente, den Rio Rubens, den Rio Turbio, bei diesen handelt es sich um Nebenflüsse des berühmten Rio Gallegos auf argentinischer Seite, wir stoppen jedoch nur für einen kurzen Blick und ich kann nur erahnen was da wohl drin um herschwimmen könnte. In der Nähe von Morro Chico werden wir von einer Polizeistreife angehalten, ich denke mir so, „oh oh, das gibt bestimmt nichts Gutes", die Polizisten weisen uns auf unsere verrutschte Ladung hin unterhalten sich mit uns wo wir denn hin wollen, und von wo wir kommen, und jetzt kommst, kein Strafzettel oder etwas der Gleichen,

Lago del Toro
Blick zum Lago del Toro von der neuen Schotterstrasse aus,
im Hintergrund ist das Bergmassiv der Torres del Paine zu sehen
eh ich mich versehen habe ist der eine schon auf unsern Pickup geklettert und hilft uns unser Gepäck festzuzurren. Fernando bedankt sich bei den Jungs mit ein paar Dosenbier die wir auch schnell noch zusammen trinken. Die Leute sind hier wirklich sehr nett und so entspannt, als gelernter Deutscher komme ich nicht aus dem Staunen heraus.
Kurze Zeit später erreichen wir Puerto Natales auch hier machen wir nur eine kleine Pause, es reicht gerade für ein paar Fotos, dann geht es auch schon weiter, Fernando riecht förmlich schon Fisch, da ist er nicht mehr zu halten und macht Stress. Kurz hinter Puerto Natales kommt die letzte Tankstelle in Richtung Nationalpark, wir tanken unseren Pickup mit Diesel und die zusätzlichen Kanister voll, von nun an führt unser Weg noch ca. 80 km auf Schotterpisten weiter, vorbei am Cueva del Milodón einer Höhle mit Resten eines Mylodon (Riesenfaultiers) dies soll schon ein kleiner Vorgeschmack auf Feuerland werden, wo wir hunderte von Kilometern auf Schotterpisten fahren werden. Ich schalte den 4x4 Antrieb zu, Fernando stellt fest, "die Kiste fährt sich viel besser". Die Schotterpiste die wir entlang der linken Seite des Lago del Toro fahren, ist noch recht neu und wurde von einer Pioniereinheit (die Truppe sollten wir
Rio Serrano mit Torres del Paine Bergmassiv
ein Atem beraubender Ausblick in der Abendsonne, im Vorder-
grund der klare Teil des Rio Serrano, der aus dem Lago del Toro
abfließt und im Hintergrund das Bergmassiv Torres del Paine
später auf Feuerland noch näher kennen lernen) der chilenischen Armee förmlich Meter um Meter mit Dynamit der wilden Natur abgerungen und in den Fels gesprengt. Fernando musste bei seinem letzten Besuch den Largo del Toro noch auf der rechten Seite umfahren.  Die Aussichten von dieser Schotterpiste aus sind einfach grandios, die Landschaft gibt immer wieder den Blick auf das zentrale Bergmassiv, die Torres und den Lago Toro frei. Der Nationalpark Torres del Paine gehört wie der gesamte Bereich von chil. Südpatagonien und Tiera del Fuego sowie Antártica Chilena zur Region XII Región de Magallanes y de la Antártica Chilena, Chile ist in insgesamt 15 Rigionen aufgeteil, die von Noprden nach Süden beginnend mit römischen Zahlen durchnumeriert sind. Hinter jeder Kurve kann sich ein wundervoller Ausblick und ein tolles Fotomotiv verbergen, leider ist das Wetter recht diesig, aber das kann sich hier stündlich ändern. Wir überqueren einen malerischen namenlosen kleinen Fluss mit kristallklarem Wasser der in einer engen, senkrechten Felsschlucht dem Largo del Toro entgegen fließt, ich lieb solche kleinen Flüsse weitaus mehr als große Gewässer, es kribbelt in den Fingern, am liebsten möchte ich sofort loslegen, ich Gedanken überlege wie ich in Watklamotten in die Schlucht runter komme, den Unterlauf bis zur Mündung werden
Rio Serrano
Blick von unserem Lagerplatz am Ufer des Rio Serrano am frühen
Morgen bei Sonnenaufgang
wir später noch fischen, das Ufer im Mündungsbereich ist teilweise von Hecken aus wilden rot blühenden Fuchsien gesäumt, wow sieht das schön aus. Nun endlich nach einer letzten Kurve gibt die Landschaft im Licht der Abendsonne den Blick auf den klaren, türkiesblauen Teil des Rio Serrano mit dem Bergmassiv Torres del Paine im Hintergrund frei. Ich bin schwer beeindruckt, so eine schöne Landschaft habe ich wohl noch nicht gesehen. Hier am Fluss unmittelbar vor der Grenze zum Nationalpark Torres del Paine gibt es zwei Hotels, eine Ferienhausanlage und ein paar private Häuser, auch unser Fischerfreund Patric hat sein Haus hier, es steht unittelbr am steilen Ufer des Rio Serrano mit Blick über den Fluss, Patric betreibt in Punta Arenas eine Reiseagentur mit Namen Viento Sur welche auf Outdoor Reisen und ganz besonders auch auf Fliegenfischen spezialisiert ist. Patric selbst ist ein überaus netter Kerl und ein begnadeter Fliegenfischer, meist ist er als Flyfishing Guide unterwegs, so ist er in seinem Büro in Punta Arenas nur überaus schwer anzutreffen und ein sehr seltener Gast. Fernando hat sich bereits erkundigt und weiß das Patric mit ein paar Chilenen aus
Eintrittskarte für den Torres del Paine Nationalpark
die Karten werden an der Parkgrenze durch die CONAF ausgegeben
und berechtigen zum befahren des Parkes mit einem PKW
Santiago de Chile am Fluss unterwegs ist. Wir suchen Patric am Fluss und finden ihn nach einiger Zeit auch tatsächlich, wir verabreden uns mit ihm für den Abend in einem der  Hotels,  in dem auch seine drei Fischergäste wohnen auf ein paar Pisco  Sour und bauen unweit von seinem Haus direkt am Rio Serrano keine 3 Meter von der Uferböschung entfernt unsere Zelte auf, unter uns sehen wir den herrlichen und großen Rio Serrano, dessen türkisblaues Wasser sich in Zahlreichen engen Kurven durch das Tal schlängelt, um sich später mit dem milchig weißem Gletscherwasser aus dem Abfluss des Graygletschers vereint. Im Hintergrund ist das gewaltige Bergmassiv der Torres del Paine zu sehen, ein Ausblick zum der zum träumen verführt. Hier habe ich die perfekten Fotomotive direkt vor der Nase. Wir richten uns für die Nacht ein und gehen zum Hotel, es fängt an zu regnen und es wird ein langer Abend, das Hotel macht zu  und wir feiern bei Patric mit chil. Rotwein noch ein wenig weiter. Als Weintrinker, ich liebe Cabernet Sauvignon fühle ich mich in Chile fast wie im Paradies, obgleich es unter der Vielfallt der inländischen Weine die einem hier angeboten werden nicht unbedingt einfach ist seinen Faforiten herrauszufinden, die meisten sind in Europa völlig unbekannt, hier hilft nur probieren. Auch das Bier in Chile war durchaus trinkbar. Patric hat einen tollen Hund Chinook, so heißt er, Patric hat ihn doch tatsächlich
nach seinen Lieblingen den Königslachsen benannt, ist ein deutscher Schäferhund, ein richtig schöner und grosser Kerl und ganz verrückt nach unseren Vorräten. Irgendwann gehe ich ins Zelt schlafen, es regnet in Strömen. Ich habe schon ein wenig bedenken, da ich das Vergnügen und die Ehre habe das ganz neue Forumszelt "FORUM 4 2" der Fa. Wechsel in Patagonien auszuprobieren, hatte aber nicht die Zeit das Zelt vorher aufzubauen und mit Nahtdichter zu behandeln, genau das wollte ich tun, wenn das Zelt zum ersten mal steht und jetzt das. Aber zu meiner Überraschung, das Zelt schlägt sich erstaunlich gut bis auf eine ganz kleine Stelle dringt überhaupt kein Wasser ein, dass trotz wolkenbruchartigem Regen. Ich schlafe mit dem Gedanken ein, morgen unbedingt Nähte abdichten! Irgendwann wache ich in der Nacht auf, es stürmt sehr stark, ich habe echt Angst, dass mir das Zelt überm Kopf wegfliegt, da ich nur ganz leicht abgespannt hatte. Hey die Kuppel hält sich aber verdammt gut in dem extrem starken Wind. Am morgen koche ich Tee es ist noch recht windig und nass, der heiße Tee tut gut und wärmt schön durch.
Am Zelt kann ich leider noch nicht arbeiten, dass muss erst trocken werden. Fernando will unbedingt sofort auf resident trout (Bachforellen) fischen. Ich habe beschlossen den Pickup zu nehmen und eine Runde zum fotografieren durch den Nationalpark zu drehen (hier stehen sich meine beiden Leidenschaften Fliegenfischen und Fotografieren echt feindlich gegenüber). Fernando mag nicht mitkommen, er kennt den Park und der Eintritt ist ihm auch zu teuer und er will unbedingt fischen. Ein Ticket gilt immer für zwei Tage und ist in der Tat mit 15000 CLP etwa 19,- € nicht ganz billig (Chilenen zahlen aber deutlich weniger), aber es lohnt sich ohne Frage man bekommt gigantische Natur zu Gesicht, sieht eine Menge Tiere die ohne Scheu vor dem Menschen sind, ich sehe Andenkondore, Nandus, Guanakos, wilde Pferde und eine Menge anderer Vögel und Kleintiere. Wenn ich das mit Sibirien vergleiche, bekommt man weitaus mehr Tiere zu Gesicht, so meine Gedanken. In Sibirien habe ich ja in erster Linie nur Bären gesehen. Der Park wird durch die CONAF, die zentrale chil. Forstbehörde betreut und verwaltet. Vor einigen Jahren gab es einen sehr schweren Waldbrand im
Salto Grande
der Salto Grande bildet die Verbindung zwischen Lago Nordenskjold
und Lago Pehoe, hier stürzt das Wasser etwa 30m in die Tiefe und
bietet ein malerisches Naturschauspiel.
Nationalpark Torres del Paine, wie ich später erfuhr entschand dieser durch Unachtsamkeit eines Touristen. Die Spuren davon sind noch allgegenwärtig zu sehen, stören aber nicht den Eindruck des Parks. Die Natur hat den Park zurück erobert, die Reste der verkohlten Stämme geben der Landschaft einen mystischen Toutch. Da wir nur eine recht kurze Zeit für den Nationalpark Torres del Paine eingeplant haben, geht fotografieren für mich erst mal vor Fischen. Denn jeden Tag komme ich hier schließlich auch nicht hin. Ich muss jedoch recht schnell feststellen, das meine Zeit hier auch nur um zu fotografieren eigentlich schon viel zu kurz ist. Mein Entschluss steht fest, hier muss ich unbedingt noch einmal hin. Es wird super schönes Wetter und strahlender Sonnenschein, ich habe einige Tierarten, Wasserfälle und eine ganze Menge traumhafter Landschaften im Kasten. Besonders beeindruckend ist der Salto Grande, ein großer majestätischer Wasserfall. Das Wasser stürzt hier etwa 30 Meter in die Tiefe, zugleich stellt der Salto Grande eine besondereheit dar, denn bei ihm handelt es sich nciht um einen gewöhnlichen Wasserfall in einem Flusslauf. Sondern er bildet eine Art natürlicher Kaskade und Staustufe zwischen dem Lago Nordenskjold, der hier mit viel Getöse in den Lago Pehoe stürst. Ich sehe und fotografiere viele Guanakos, diese sind hier
Guanako im Torres del Paine Nationalpark
die Guanakos bevölkern den Nationalpark Torres del Paine in
großer Stückzahl und sind recht zutraulich, mehr Guanakos als
hier, habe ich nur noch auf Feuerland gesehen.
im Nationalpark Torres del Paine so häufig, das sie große Herden bilden. Soviele Guanakos habe ich nicht einmal später auf Feuerland auf einem Haufen gesehen. Die Guanakos haben um diese Jahreszeit zahlreiche Jungtiere, sind aber trotzdem ausgesprochen zahm und somit das perfekte Fotomotiv in beeindruckender Landschaft. Leider wird es langsam Zeit sich um mein Zelt zu kümmern. Ich habe etwa 60 km Rückfahrt vor mir und dann passiert es ein Kondor Paar macht regelrecht Show fliegen für mich und das alles vor meiner Kamera. Von solchen herlichen Bildern eines Andenkondors hätte ich vor Beginn dieser Reise nicht einmal zu träumen gewagt. So bleibt es Fernando erspart für den "dead guanaco" Trick herhalten zu müssen. Im Nachhinein betrachtet finde ich das aber eigentlich schade. Es wäre bestimmt ein äußerst lustiges Fotomotiv gewesen, wenn Fernando im Gras liegt, alle viere von sich gestreckt und über ihm die Andenkondore kreisen. Na hoffentlich lies der das hier nicht, sonst bekomme ich noch Ärger.... Ich fahre zurück und dichte mein Zelt, man sind das viele Nähte. Fernando kommt zurück, ohne Fisch aber mit einem ordentlichen Sonnenbrand, fährt aber trotzdem noch mal mit dem Pickup zum Fischen, er gibt sich tüchtig Mühe, kommt aber trotzdem ohne Fisch zurück. Patric
Andenkondor im Torres del Paine Nationalpark
die Kondore sind im Nationalpark zahlreich bei ihren Flugshows zu
bewunden, die reisigen Vögel sind in der Luft einfach nur herrlich
und beeindruckennd anzusehen
und sein Bruder haben mit gutem Erfolg auf Königslachse gefischt. Fernando ist nicht zu bremsen, er will unbedingt an den Fisch, mag aber nicht auf Königslachss fischen. So fahren wir noch einmam los, zu dem kleinen Fluss in der engen Schlucht. Patric hat uns gesagt, dass es einen Weg gibt, auf dem man direkt in die Nähe der Mündung kommt. Wir finden den Weg sofort, hier war wohl ein Camp der chil. Armee die die Straße gebaut hat. Der Fluss ist traumhaft, an seinem Ufer gibtz es eine Hecke von wilden Fuchsien. Der Flusslauf ist voll mit Totholz und hat viele unterspülte tiefe Bereiche. Ich ärgere mich über meine Fotoausrüstund, die ist zwar perfekt und besteht aus zwei digitalen Nikon™ Spiegelreflex-kameras (D200 und D300) und einer ganzen Reihe an Objektiven von 12-400mm Brennweite, aber zum Fliegenfischen ist diese Ausrüstung leider absolut ungeeignet (da viel zu groß und schwer), hier heißt es eben selber fischen oder fotografieren, auf der nächsten Reise muss unbedingt noch was kleines kompacktes und am besten wasserdichtes mit. An diesem keinen Fluss gibt es auch Stechmücken und nicht gerade wenige davon, komischer Weise waren die einzigen, die mir auf Patagonien und Feuerland zugesetzt haben. Ich habe leider nur einen einzigen Biß, den ich auch noch verschlafen habe. Wir fischen den Flusslauf bis in den See hinein. Nach etwa zwei Stunden fängt es sehr stark an zu regnen, hier unten ist es unheimlich lange hell, wir fahren zurück zu unserm Camp. Zum Tagesabschluss wird gegrillt und es gibt es den obligatorischen Pisco Sour und chil. Rotwein. Wir gehen schlafen, der Sturm in der Nacht ist noch weitaus heftiger als in der letzten Nacht, aber das Zelt hält und ist dicht, in dieser Region wird einem Zelt wirklich alles abverlangt. Gute Arbeit, danke Wechsel! Ich beschließe den nächsten Tag noch einmal in den
Torres del Paine Bergmassiv
das Torres del Paine Bergmassiv bei Sonnenaufgang von unserm
Lagerplatz aus gesehen die roten Farbspiele in den Granitnadeln
sind einfach nur herrlich.
Nationalpark zum Grey Gletscher zu fahren. Der Tag beginnt dann aber ganz anders als gedacht, ich koche Tee und will später zum Graygletscher in den Park fahren und Fernando will Fischen gehen und dann sehe ich die Bescherung, der Pickup steht merkwürdig schief unser linkes Vorderrad ist platt und es klafft ein ca. 15 cm langer Schlitz im Reifen. Das Wechseln des Reifens auf der feuchten Wiese erweist sich als wesentlich schwieriger als gedacht, gut das Patric's Haus nicht weit ist, er hat für uns Holz zum unterbauen und einen zweiten Wagenheber, zufällig hat er den gleichen Pickup wie wir. Nach gut einer Stunde ist der Reifen endlich gewechselt, hey gut das uns das nicht irgendwo in der Pampa passiert ist! Wer rechnet denn auch damit, dass ein simpler Reifenwechsel so wiel Probleme machen kann und zeit kostet. Später werden wir in Punta Arenas in der "Zona Franca" (Freihandelszone) im Hafen von Punta Arenas einen neuen Reifen kaufen. Ich fahre also endlich zum Gletscher und mache traumhafte Aufnahmen, ich sehe zwei Herden wilder Pferde in einem traumhaften Panorama und blaues Eis vom Gray Gletscher. Am Gray gletscher weht ein extrem starker Wind ich laufe einige Kilometer am Fluss unterhalb des Seeauslaufs entlang, das Panorama ist einfach traumhaft. Mein Plan war eigentlich mit
Königslachs im Rio Serrano
so ein riesiger Königslachs an der Fliegenrute ist ein
unvergessliches Erlebnis im Rio Serrano sind solche Fische keine
Seltenheit, vorausgesetzt man hat etwas Glück und kommt zur
richtigen Zeit an den Fluss
dem kleinen Schiff zu Abbruchkannte des Gray Gletschers fahren, leider fährt das Schiff gerade nicht und wenn ich noch fischen will muss ich zurück fahren. Ich denke mir dann habe ich einen Grund wieder zurück zu kommen. Am Nachmittag komme ich zurück und komme endlich dazu im Rio Serrano zu fischen, eigentlich hatte ich die Absicht mit meinen Einhandruten auf Forellen zu fischen. Patric sagt mir aber(endlich mal jemand der hier englisch spricht), dass ich die Sache mit den Forellen vergessen soll die Königslachse ziehen massiv den Fluss hinauf und sind sehr aggressiv, bei diesen Brocken bleibt den Forellen aber nix wie Fersengeld zu geben. Also drückt Patric mir eine lange Zweihandrute #10 in die Hand, damit ist diese schwere Fischerei angenehmer zu bewerkstelligen als mit meinen Einhandruten. Ich wollte eigentlich eine Zweihandrute mitnehmen, habe aber dann doch auf Grund des schwierigen Transports bei der langen Anreise darauf verzichtet, meine Zweihandruten mitzunehmen. Patric fängt nach einem sehr langen Drill einen prächtigen Königslachs von 18,5 kg, wow was für ein Monsterfisch, das sind echt grimmige Burschen. Nachdem ich meinen ersten Fisch verloren habe, bekomme ich doch noch einen von geschätzten 10-12 kg. Es ist wirklich eine echte Geduldsprobe einen so großen starken und aggressiven Fisch in einem so riesigen Fluss
Patric mit 18kg Königslachs
diesen prächtigen Königslach, von gut 18kg konnte Patric nach
einer guten Stunde Drill an der Zweihandrute #10 erfolgreich
landen
mit starker Strömung wie dem Rio Serrano zu drillen. Um gezielt auf Königslachs zu fischen ist der Rio Serrano aber eine absolute top Adresse, wenn nicht sogar die Adresse in Südamerika, es gingen hier wirklich mehrere große Lachse am Tag an den Haken, die Königslachse scheinen sich im Rio Serrano prächtig zu entwickeln und haben hier wohl die perfekten Lebensbedingungen.
Leider heißt es am nächsten Tag schon wieder Abschied nehmen vom Rio Serrano und dem Nationalpark Torres del Paine, denn dann geht es zurück über Puerto Natales und von da aus weiter nach Punta Arenas und anschließend runter nach Feuerland, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Den Trip zum Torres del Paine haben wir eigentlich nur eingebaut, da ich im Park unbedingt fotografieren wollte. Was für ein Glück für mich, dass ich auf diesem Abstecher bestanden habe, die Gegend ist einfach traumhaft, besonders eben auch zum fotografieren! Der Zeitpunkt für den Besuch des Rio Serrano und des Nationalparks Torres del Paine ist mit Anfang Januar perfekt gewählt, die Königslachse waren in großer Zahl im Fluß. Mit der Forellenfischerei, sah es hier allerdings zu diesem Zeitpunkt mehr als
Königslachs Drill im Rio Serrano
lange Zweihandruten #10 sind am Rio Serrano beim Fischen auf
die Königslachse ein klarer Vorteil
schlecht aus. Aber da hatte mich Fernando eigentlich auch schon vorgewarnt, wie es zu anderen Zeiten ausieht, vermag ich nicht zu sagen. Wer allerdings gern mit der langen Zweihandrute auf Königslachs fischen möchte, für den ist der Rio Serrano eine Topadresse und auf jeden Fall die lange Anreise wert. Dieser Fluss bietet in der Region dazu einen zusätzlichen und wohl hier unten einzigartigen Vorteil und zwar für Fliegenfisscher die mit Frau oder Familie anreisen. Durch den Nationalpark Torres del Paine wird der Rio Serrano absolut Familien freundlich. Es gibt konfortable Hotels in der Nahe des Flusses und im Park gibt es vielfälltige Betätigungsmöglichkeiten für die nicht fischende Reisebegleitung, zum Beispiel vielfältige Wanderungen im Park, fotografieren in absolut traumhafter Kulisse, Reitausflüge, Tierbeobachtungen, Bergsteigen, Kanutouren, eine Schiffsfahrt zum Gray Gletscher und einiges mehr. Nach eine kurzen aber im Vergleich zu den beiden vorrangegangenen äußerst ruhigen Nacht und einem Frühstück, bei dem ich mir leider beim herzhaften beißen in eine Wurstsemmel einen Zahn angeknackst habe heißt es am nächsten Morgen Lager
Puerto Natales
ist eine kleine bunte und malerische Hafenstadt und stellt das
Nadelöhr zum Nationalpark Torres del Paine dar, wer zum Park
will, der muss hier durch
abbrechen und den Pickup packen. Unsere Lebensmittel Vorräte sind auch nicht auf einen längeren Besuch des Nationalparks Torres del Paine ausgerichtet. Ich möchte alle, die daran Intresse haben diese Gegend ebenfalls auf eigene Faust zu besuchen darauf hinweisen, dass es im Berreich des Parks absolut keine Möglichkeiten zum Einkaufen oder Tanken gibt! Sehrwohl aber mehrere Hotels, in denen für das leibliche Wohl gut gesorgt wird, deren Preise aber wohl in erster Linie an gut betuchten nordamerikanischen Gästen orientieren. Es handelt sich eben um die touristesche Attraktion im Süden Chiles. Die nächsten Möglichkeiten zum Einkaufen oder Tanken finden sich erst wieder im gut 80km entfernten Puerto Natales. Wir fahren zügig auf der Schotterstrasse nach Puerto Natales, und sammeln unterwegs noch einen chil. Fahrer auf, der mit seinem Fahrzeug auf der holprigen Schotterstrasse liegengeblieben ist und nehmen ihn mit nach Puerto Natales. Auf dieser Piste kann es durchaus einige Stunden dauern bis ein Fahrzeug vorbei kommt und die ersehnte Hilfe bringt. Unser Mitsubishi L200 erweist sich als das perfekte Fahrzeug
für diese Pisten. Ein Jahr zuvor ist Fernando mit einem Kia unterwegs gewesen mit weitaus schlechteren Erinnerungen. Die vielen Kilometer unbefestigter Schotterpisten solten bei der Anmietung eines Fahrzeuges unbedingt berücksichtig werden, nach meinem Dafürhalten ist hier ein odentlicher 4x4 Pflicht.
In Puerto Natales nutzen wir die Gelegenheit zum tanken, Fernando muss telefonieren und ich versuche in einem Internetcafe meine Fotos von den Speicherkarten auf eine mobile Festplatte zu kopieren. Leider habe ich keinen Erfolg, da die Möglichkeiten an den Rechnern durch eine spezielle Software eigene USB-Geräte anzuschließen stark eingeschränkt sind (Tip es gibt in dieser Region sehr viele Internetcaffe's und derartige Probleme treten nur sehr selten auf). Nach einer halben Stunde Pause geht es die 400km weiter in Richtung Punta Arenas. Fernando hat es sehr eilig, ist er doch im Moment immer noch ohne Fisch, er will endlich nach Feuerland zum eigentlichen Ziel unserer Reise. Mein Zahn muckert. Bevor wir aber von Punta Arenas aus Richtung Lago Fagnano aufbrechen können gibt es noch eine Reihe an Dingen zu erledigen wir müssen einen neuen Reifen für unseren Pickup kaufen, Lebensmittel kaufen und einen Passierschein von
der Difunta Correa gewitmete Heiligenschreine
an der Straße zwischen Puerto Natales und Punta Arenas
der chil. Armee besorgen, denn in dem Gebiet in dem wir fischen wollen wird von einer Pioniereinheit eine neue Schotterstrasse durch den Fels gesprengt. Unterwegs nach Punta Arenas kommen wir an sehr seltsamen Schreinen vorbei, siehe Bild. Ich weiß zwar, dass die Südamerikaner sehr from sind aber der Sinn dieser gesammelten Flaschen erschließt sich mir nicht.
Am späten Nachmittag kommen wir wieder in Punta Arenas an, damit ist unsere erste Tour im Süden Chiles beendet.
Jens Nieswandt
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